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Motorrad Trial - Performance auf höchstem Niveau

Motorsport, speziell Zweiradsport begeistert immer mehr Menschen. Aber nicht nur die „normalen“ Disziplinen wie die Formel 1, DTM oder die Moto GP ziehen ein immer größeres Publikum an. Sich zu differenzieren, abseits vom Mainstream zu schwimmen und dabei noch möglichst viel Spaß zu haben und etwas von seiner Umgebung zu sehen ist der aktuelle Trend. Die Antwort hierzu lautet: Offroad!

Neben den etwas bekannteren großen Brüdern Enduro (z.B. Erzberg Rodeo) und Motor Cross ist das Motorrad Trial noch eine etwas weniger bekannte Variante des Motorsports.

Der Sport 

Die Wurzeln dieser Sportart sind leicht verschwommen. Es lässt sich aber grob festlegen, dass bis 1950 die Grundsteine für Trial in Schottland gelegt wurden. So erklärt sich auch der Name, denn „trial“ -zu Deutsch „Prüfung“-  beschreibt sehr passend den Kern der Disziplin. In den schottischen Highlands versuchten die ersten wagemutigen Fahrer mit wenig optimierten Maschinen längere Offroad Strecken zu bewältigen, wobei die Stabilität der Motorräder noch im Vordergrund stand. Bald kristallisierten sich dann die ersten Ausläufer davon heraus, wie der Sport heute betrieben wird. Abgesteckte Sonderprüfungen (Sektionen) mussten ohne Fehler wie Füße zu setzen, Absterben des Motors etc. bestritten werden.

Ab 1950 bekam das Ganze zunehmende Eigendynamik. Fahrtechnik sowie Motorrad wurden immer mehr für das raue und steinige Gelände des Sports optimiert. Balance, feine Technik und Stil zeichnen diese besonders anspruchsvolle Variante des Motorsports aus.

Die Spielregeln

Im Vordergrund beim Trial steht die Maschinenbeherrschung und Balance. Die abgesteckten Sektionen müssen möglichst fehlerfrei mit dem Motorrad durchquert werden. Außerdem wird eine Rundenzahl festgelegt. Häufig werden alle Sektionen drei bis vier Mal wiederholt, je nach Aufwand und Länge der Sektionen. Dabei gibt es verschiedene Schwierigkeitsgrade, „Spuren“, die je nach Erfahrung für Anfänger bis Experten geeignet sind. Die Spuren sind mit farbigen Pfeilen markiert und müssen eingehalten werden. Fährt beispielsweise ein Fahrer, der für die Spur 3 genannt hat, die Spur 4, gibt es automatisch 5 Strafpunkte. Die Höchstzahl an Strafpunkten, die in einer Sektion vergeben werden kann. Die Punkte werden nach Fehlern vergeben: einmal Fuß setzen-1 Punkt-, zweimal Fuß setzen-2 Strafpunkte. Ab dreimal Fuß setzen bleibt die Strafpunktzahl bei drei. Die fünf Strafpunkte können nur durch beispielsweise Sturz und abgestorbenen Motor erreicht werden.

Um sich zu Orientieren und die Strecke im Kopf zu behalten läuft der Fahrer seine zu fahrende Spur in einer Sektion  zuerst zu Fuß ab. So kann er seine Fahrt planen und auch beobachten wie andere Fahrer die Hürden meistern.

Um Wettbewerbe in einem Rahmen zu halten, wird vor dem Start ein Zeitfenster festgelegt, in dem alle Sektionen in angegebener Rundenzahl gefahren sein müssen. Zeitliche Begrenzungen wie lang man für das Bestreiten einer Sektion brauchen darf gibt es nicht immer, jedoch ist eine 90 Sekunden Regel immer häufiger. Die Fahrer dürfen hier nur 90 Sekunden in der Sektion verbringen, sollte man diese Zeit überschreiten gibt es auch hierfür Strafpunkte.

 

Die Ausrüstung

Motorradtrial ist zwar nicht für häufige und schwere Verletzungen bekannt, jedoch handelt es sich trotz allem um einen Motorsport in Offroad Gelände, bei dem hohe Felsen sowie steinige und unbefestigte Wege überquert werden. Somit gilt auch hier: Safety first! Ohne Helm darf eine Sektion laut Regelwerk nicht einmal zu Fuß betreten werden!

Schützer für Knie, Ellenbogen, sowie Rückenpanzer sind zwar nicht verpflichtend, aber dennoch empfehlenswert, besonders bei Anfängern.

Neben den Protektoren gibt es spezielle Klamotten und Stiefel.

Sind Hürden zu überqueren, die schwer zu fahren sind bzw. Abrutzschgefahr herrscht, steht ein sogenannter „Fänger“ bereit. Er ist dazu da das Motorrad zu halten bzw. hochzuziehen, damit der Fahrer genügend Zeit hat um abzuspringen bevor das Motorrad auf ihn fällt, oder um die Maschine mit gemeinsamer Kraft noch hochzuhiefen.

Motorrad Trial - Performance auf höchstem Niveau

Das Motorrad

Natürlich wird nicht mit herkömmlichen Maschinen gefahren. Mit der Zeit wurden die Motorräder optimiert für raues Gelände und auch Fahrwerk und Motor wurden verfeinert. Die Motorräder sind sehr leicht gebaut und haben große Bodenfreiheit. Es gibt lediglich eine Sitzmulde, da in der Regel im Stand gefahren wird. Der Lenker lässt sich sehr weit einschlagen um einen möglichst engen Wenderadius zu ermöglichen. Der Motor (meistens 2 Takter, es gibt aber auch 4 Takter) ist extrem empfindlich um auch bei der kleinsten Drehung des Gasgriffes reagieren zu können. Es gibt außerdem verschiedene Hubzahlen. Gängig sind 50 bis 80 Kubik – meist für Anfänger- über 125 bis hin zu 300 Kubik für die Profis.

Eine weitere zentrale Rolle spielen die Reifen und ihr Luftdruck. Gefahren wird mit sogenannten Stollenreifen, um auch auf lockeren Böden bestmöglichen Grip zu haben. Es ist wichtig den Luftdruck der Reifen regelmäßig zu prüfen, denn er kann über Erfolg oder Niederlage in einem Wettbewerb entscheiden.

Fazit

Im Gegensatz zu Enduro oder besonders Motor Cross ist Trial eine eher ungefährlichere Motorsportart. Hier gibt es keinen direkten Konkurrenzkampf und kein Abdrängen von der Strecke, da die Fahrer nur einzeln in einer Sektion fahren. Selbstverständlich ist auch die Geschwindigkeit um einiges geringer. Beim Trial sind Disziplin, Konzentration und Durchhaltevermögen sehr wichtig um die Sektionen erfolgreich zu durchqueren. Der eher entspannte Charakter des Sports spiegelt sich auch auffallend im Wesen der Fahrer wider.

Da kein direkter Konkurrenzkampf herrscht und jeder selbst verantwortlich für seine Leistung ist, ist auch die Atmosphäre bei Wettkämpfen sehr freundschaftlich und locker.

Letztlich ist auch hier das Erfolgserlebnis wichtig. Gerade anfangs macht man sehr schnell Fortschritte und dementsprechend ist die Freude bei jeder Hürde, die man fehlerfrei gefahren ist, sehr hoch und jede steile Abfahrt die gemeistert wurde macht einen doch ein bisschen stolz!

Wer sich also schon immer für Zweiradmotorsport interessiert hat, aber sich vor der hohen Geschwindigkeit scheut, für den ist Motorrad Trial in jedem Fall eine Option.

 

 

 

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