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Lawinengefahr: Das sollten Sie beachten

Die Skier sind gewachst und auf den Bergen liegt eine dicke Schicht Neuschnee. Perfekte Bedingungen, um von den Bergen ins Tal abzuschwingen. Am besten an den Stellen, an denen der Schnee noch unberührt ist. Doch gerade in Bereichen abseits der Piste lauert die weiße Gefahr in Form einer Lawine.

 

Einige Ski- und Snowboardfahrer wollen allerdings auf die extra Portion Spaß nicht verzichten und statten sich mit Lawinenverschüttetensuchgeräten (LVS) und spezieller Lawinenausrüstung aus. Zwar mag ein Gefühl der Sicherheit durch diese Maßnahmen entstehen, die Gefahr von einer Lawine mitgenommen zu werden ändert dies allerdings nicht.

 

Flucht nach unten

Lawinen breiten sich mit einer unglaublichen Geschwindigkeit von 1.188 km/h aus – auch Schallgeschwindigkeit genannt. Trotz dieser rasanten Bruchausbreitung besteht eine Chance der Lawine davonzufahren. Wenn man sich weit unterhalb oder am Rand der Lawine befindet, ist die Wahrscheinlichkeit umso höher.

Notfallausrüstung

Gelingt die Flucht aus der Gefahrenzone nicht und man wird von den Schneemassen erwischt, wirft man am besten sofort die Skistöcke weg, da diese sonst im Strudel der Lawine zu gefährlichen Waffen werden könnten. Weiterhin sollte man sobald wie möglich die Notfallausrüstung aktivieren. Hilfreich sind an dieser Stelle sogenannte Lawinen-Airbags, deren Volumen sich innerhalb von Sekunden um 150 Liter vergrößert. Die Airbags dienen als Auftrieb, wenn man von einer Lawine begraben wird.

Festhalten und oben bleiben

Wenn es möglich ist,  sollte man versuchen auf irgendeine Art und Weise auf den Skiern oder dem Snowboard stehen zu bleiben und seitlich aus der Lawine hinaus steuern. Manchmal kommen auch nützliche Hindernisse wie Bäume entgegen, an denen man sich festhalten kann. Jedoch ist die Kraft einer Lawine meistens zu stark. In diesem Fall lautet die Devise: Kämpfen! Man muss alles versuchen um an der Oberfläche zu bleiben. Dabei helfen tatsächlich sämtliche Aufwärtsbewegungen von strampeln über Schwimmbewegungen bis hin zum simplen Hochdrücken mit Händen und Füßen.

Atemhöhle bilden

Wird die Lawine langsamer und man befindet sich immer noch nicht an der Oberfläche, ist das Erschaffen einer Atemhöhle überlebenswichtig. Ob man hierfür die Fäuste vor das Gesicht hält, die Jacke als Hilfsmittel benutzt oder das Gesicht in die Armbeuge presst ist letztlich egal. Ausreichend Luft ist das einzige was zählt.

Rettungsversuch auf eigene Faust

Da am Anfang die Schneedecke noch recht locker ist bzw. sie sich noch nicht gefestigt hat, ist ein eigener Rettungsversuch nicht die schlechteste Idee. Selbst wenn es nicht reicht, um sich selbst zu befreien, können Sie sich dadurch vielleicht etwas Raum zum Atmen schaffen. Sollte jedoch eine Hand zur Oberfläche durchstoßen, versucht man nach und nach den Weg nach oben freizugraben oder zumindest die Sauerstoffzufuhr aufrechtzuerhalten.

 

Lawinengefahr: Das sollten Sie beachten

© flickr.com: Gregor Tatschl

 

Hoffnung nicht verlieren

Gelingt der Rettungsversuch nicht beim ersten Mal, ist von einem weiteren Versuch abzusehen. Weitere Anstrengungen gehen nur auf Kosten der ohnehin bereits geringen Atemluft. Es ist wichtig ruhig zu bleiben und auf Kollegen oder den Bergrettungsdienst zu vertrauen.

 

 

Beitragsbild:

© flickr.com: Kecko

 

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