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Faszination Paragleiten - Pascal Purin

Mit diesem ersten Artikel möchten wir euch einen Sportler vorstellen, dessen Berufung sich in schwindelerregenden Höhen befindet. Pascal Purins Leidenschaft ist das Fliegen. Wie er dazu kam und was er beim Paragleiten schon alles erlebt hat, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.

Pascal Purin ist 28 Jahre alt und kommt ursprünglich aus Vorarlberg, derzeit lebt er aber in Hall in Tirol. Auf die Frage was er denn Hauptberuflich macht, haben wir die Antwort bekommen, dass er Paragleiter ist und natürlich machte uns das enorm neugierig, wie man mit einer so außergewöhnlichen Sportart Geld verdienen kann und dabei gleichzeitig seine Leidenschaft zum Beruf macht.

Aber erst einmal zurück zum Anfang. Pascal Purin machte seine ersten Flugversuche bereits mit neun Jahren, als er den alten Schirm seines Vaters aus der Mülltonne holte. Ja, Sie haben richtig gelesen, er hat den alten Schirm seines Vaters aus dem Müll geklaut ;-). Manchmal muss man schon als Neunjähriger drastische Maßnahmen ergreifen, um seine Träume zu erfüllen.  Der erste Flugversuch von Pascal endete dann weniger erfreulich am Hausdach seines damaligen Religionslehrers. Natürlich blieb dieses Ereignis nicht unbemerkt. Zumindest wusste sein Vater danach wo sein alter Schirm geblieben ist. Nach diesem Erlebnis wuchs Pascals Neugier auf das Fliegen nur noch mehr und er beschäftigte sich immer intensiver mit den theoretischen Grundlagen dieser Sportart. Er wusste schon damals, dass sein Leben nur an den dünnen Leinen des Schirms hängt.  Pascal besuchte ein Musikgymnasium, lernt dort Saxophon und ist bis heute leidenschaftlicher Saxophonist. Nach Gymnasium und Bundesheer entschied er sich für ein Lehramtsstudium in Innsbruck (Fächer: Geographie und Physik). Das Studentendasein dauerte nicht lange, denn nach ca. zwei Monaten wurde ihm ein Job als Testpilot für Gleitschirme angeboten. So ebnete er sich den Weg in die hauptberufliche Fliegerei. Pascal hat als Testpilot für unterschiedliche Gleitschirm-Hersteller gearbeitet, heute macht er Tandemflüge, Unterrichtet und testet als Leiter einer europäischen Inspektionsstelle, Gleitschirme auf ihre Sicherheit bevor sie auf den Markt kommen.

 

Faszination Paragleiten - Pascal Purin
© Pascal Purin

 

Pascal darf bereits auf über 12000 unfallfreie Flüge zurückblicken, wobei er trotzdem von einigen kuriosen Erlebnissen berichten kann.  Eine besondere Geschichte erzählte er uns, von seiner Zeit in Südafrika, als er dort mit Touristen Tandemflüge machte. Dort musste er mit einer Passagierin auf einem Sportplatz landen, weil sie durch die  dichten Wolken und den Wind, plötzlich auf die andere Seite des Lions-Head (Berg) getrieben wurden. Möglichkeit eins wäre zwar gewesen, zum Berg zu fliegen und dort zu landen, was aber ziemlich turbulent gewesen wäre und möglicherweise eine ungemütliche Bekanntschaft mit ziemlich großen Schlangen bedeutet hätte. Die andere Option, die für die sich Pascal dann auch entschieden hat, war es Richtung Kapstadt (Stadtzentrum) zu fliegen und dort einen halbwegs geeigneten Landeplatz zu finden. Gelandet wurde dann im Rückwärtsflug auf einem Sportplatz. Die gesamte Aktion war natürlich nicht ganz ungefährlich, denn Zäune und Stromleitungen bildeten unangenehme Hindernisse. Das spannende an der Geschichte ist, dass die Passagierin die vor dem Start des Tandemflugs eigentlich ziemlich Angst hatte, sich im Laufe des Flugs so entspannen konnte, dass sie auch den eigenartigen Landeplatz und den abenteuerlichen Flug ins Stadtzentrum ganz unbeeindruckt und voller Vertrauen in ihren Piloten hingenommen hat.

 

Faszination Paragleiten - Pascal Purin
Lions Head (Südafrika) © Pixabay.com

 

Jetzt fragen sich sicher so manche Mütter und Väter, was denn Pascals Eltern von seiner Fliegerei halten? Wie schon zu Beginn erwähnt, war auch Pascals Papa bereits mit dem Gleitschirm unterwegs. Als aber Pascal mit dem Fliegen begann, war er nicht unbedingt ein Vorzeigeschüler und hatte auch nicht die besten Noten. Als er dann auch noch herausfand, dass man bereits mit 14 Jahren den Schein für das Gleitschirmfliegen machen konnte und das natürlich gleich umsetzten wollte, stand er vor der Herausforderung seine Eltern davon zu überzeugen. Nur um mal kurz festzuhalten: Eltern sind wirklich schlauJ! Denn Pascals Eltern sagten, er dürfe den Schein erst machen wenn sich seine Noten in der Schule deutlich verbessern würden. So schnell konnte man gar nicht schauen, war Pascal ein Vorzugsschüler und hatte super Noten. Damit konnten seine Eltern natürlich auch nicht mehr umhin, ihm die Fliegerei zu erlauben. Damit nahm die Geschichte über die Fliegerei ihren Lauf. Durch viele Zufälle und viel Glück steht Pascal heute als hauptberuflicher Gleitschirmflieger im Leben und wurde sogar zu den Red Bull X-Alps 2017 eingeladen. Eine große Herausforderung, bei der die Athleten, die Strecke von Salzburg nach Monaco nur zu Fuß und mit dem Gleitschirm zurücklegen dürfen. Natürlich werden wir Pascal bei seiner Vorbereitung auf die X-Alps begleiten und auch dazu wieder einen Artikel verfassen. Pascal wird auch auf unserer Facebook-Seite ausführlich über seine Vorbereitung berichten.

 

 

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