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Abseits der Piste/Tödliche Traumlandschaft

Was gibt es Schöneres, als frischen, weißen Pulverschnee? Für die „Ein- und Zweibrettler“ unter uns löst dieser Gedanke wahrscheinlich auch ein kribbeln in den Beinen aus.

 

Die Suche nach dem unbeschwerten Pistenspaß führt allerdings einige auf verlassene Wege abseits der Piste. Kaum jemand denkt bei seinem Vorhaben an die Gefahren, die der feine, weiße Schnee birgt. Lawinen entwickeln „reißerische“ Kräfte, die alles unter ihrer Last begraben. Einmal in der Lawine gefangen, gibt es kein Entkommen mehr. Im letzten Jahr starben rund 100 Wintersportler durch die Kraft der Natur. Die meisten von ihnen sind Männer zwischen 30 und 40 Jahren.

Unwissenheit und Wagemut sind die Hauptursachen für Lawinenunglücke. Viele verlassen sich auf die neueste Technik und rechtfertigen ihr Handeln dadurch – ein fataler Fehler. Ausgestattet mit Lawinenverschüttungssuchgeräten und Lawinenairbags steigt die Risikobereitschaft der Wintersportler. Die neueste Technik kann Leben retten, da besteht kein Zweifel. Doch dazu muss sie richtig angewendet und eingeschaltet werden. Weiterhin schwierig wird eine Rettung, wenn alle Körperteile des Verschütteten im Schnee begraben sind. Nur jeder zweite Wintersportler, der komplett verschüttet ist, kann gerettet werden. Diese Bilanz ist erschreckend.

Daher sollte jede Tour gut geplant und alle Risiken im Vorfeld abgewägt werden. Voraussetzung dafür ist, dass jeder Sportler sich seines Könnens und den Risiken, die auf den Berghängen drohen, bewusst ist. Bei der Einschätzung der Risiken kann die Lawinengefahrstufe als Beurteilungskriterium dienen.

Tiroler Lawinenforscher erstellen Schneeprofile und leiten daraus die Wahrscheinlichkeit für eine Lawine ab. Die aktuelle Lawinengefahrstufe kann den amtlichen Lawinenwarndiensten entnommen werden. Die Gefahrenskala besteht aus fünf Abstufungen, die vor geringer bis sehr großer Lawinengefahr warnen. Die Gefahr nimmt exponentiell zu, da die jeweils höhere Gefahrenstufe ein breiteres Gebiet abdeckt. Selbst bei Gefahrenstufe 1, also einer geringen Lawinengefahr, ist das Risiko einer Lawine nicht vollkommen gebannt. Die Hälfte aller tödlichen Unfälle ereignet sich bei Lawinenstufe 3, die vor erheblicher Lawinengefahr mahnt.

Doch die Lebenden scheint der Tod nicht zu schrecken. Die weiße, idyllische Traumlandschaft suggeriert ein Bild von unbefangenem Pistenspaß und lässt die Gefahren schnell in Vergessenheit geraten. Immer mehr Laien geben sich dem Trendsport „Freeriden“ hin, ohne sich dessen Gefahren bewusst zu sein.

Was meint Ihr? Ist es der Spaß auf unberührten Pisten wert, sein Leben zu riskieren? Und wie bereitet ihr Euch auf eine Tour abseits der Piste vor? Berichtet von Euren Erfahrungen!

 

Quellen:

Riskante Skitouren: Lawinengefahr abseits der Piste -Video – SPIEGEL ONLINE

http://www.slf.ch/schneeinfo/zusatzinfos/interpretationshilfe/einzelne_gefahrenstufen/index_DE

http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Gefahrenskala_f%C3%BCr_Lawinen

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